Bürgermeisterkandidatin Sandra Röse stellt sich vor

24. Februar 2019
Von Frau zu Frau…. Im Gespräch mit Pressesprecherin Margret Lueßen

Inzwischen bist Du mitten drin im Wahlkampf. Es freut mich immer wieder von Dir zu hören, dass Du Dir Gedanken darüber machst, in diesem Wahlkampf nur die Dinge ansprechen zu wollen, die Du nach Deiner Wahl auch umsetzen oder zumindest bewegen kannst. Das ist schon für mich ein gutes Gefühl, denn auch ich werde ja am 26. Mai wählen gehen und welcher Bürger will schon Versprechen hören, die niemand einlösen kann und wird. Wenn ich letzte Woche geschrieben habe, dass ich es bewundere, wie selbstbewusst Du bist, dann konnte ich inzwischen auch feststellen, dass Du auch Kritik annehmen kannst, damit sehr konstruktiv umgehst und selbstkritisch bist. Gute Eigenschaften, wie ich finde, Mitarbeiter zu führen und verantwortungsvoll zu arbeiten.

    Aus Bürgersicht ist es oft einfach, der Verwaltung und dem Gemeinderat Untätigkeit, Unwissenheit oder auch Unbeweglichkeit vorzuwerfen. Das war bisher so und wird sich sicher nicht ändern. Wie willst Du als künftige Verwaltungschefin mit Kritik und Beschwerden umgehen? Nun ja, wenn sie sachlich formuliert und begründet ist, nehme ich Kritik als Verwaltungschefin genauso an, wie jetzt schon als Ratsfrau. Die Herausforderung liegt ja darin, die Ruhe zu bewahren oder zumindest schnell wieder zur Ruhe und Sachlichkeit zurückzukehren. Da sollen ja Atemtechniken helfen, hab ich mal gelesen. Also, wenn du da Tipps für mich hast - die würde ich fast noch lieber annehmen als Kritik 


Viele Ideen haben Dich im Laufe der letzten Wochen schon bewegt, viele Aktivitäten sind in Planung und begleiten deinen jetzigen Alltag. Kannst Du Dir auch vorstellen, nach der Wahl in so intensiven Gesprächen mit den Bürgern zu bleiben?

    Wenn die du inhaltliche Intensität meinst: ja, dass kann ich mir vorstellen. Zeitlich wird schwierig. Aber zwischen Vollgas und Stillstand hat das Tacho ja viele Geschwindigkeiten, die ich fahren kann. Es gibt z.B. den Frauenstammtisch, dem ich auch als Bürgermeisterin noch angehören möchte. Ich kann mir darüber hinaus vorstellen, die Bürgersprechstunde in Bezug auf Ort, Häufigkeit und Initiative nochmal ganz neu zu definieren. Auch da bin ich offen für Vorschläge. So oder so, die ersten Monate als Bürgermeistern stehen allerdings ganz sicher unter dem Stern des Lernens und Netzwerkens.


In den kommenden Wochen sind „runde Tische“ mit Selbständigen in Oyten geplant. Im Gespräch willst Du Dich informieren, wo die Stärken in Handwerk, Handel und Industrie liegen und wo es Verbesserungen geben kann. Welche Themen interessieren Dich besonders?

    Das ich Leben im Alter hoch priorisiere, weißt du schon und da bist du mir ja auch eine wertvolle Ansprechpartnerin. Auch wenn klar ist, dass wir als Gemeinde nicht die drei großen Problemfelder Betreuungsschlüssel, Bezahlung und Fachkräftemangel lösen können, müssen wir uns doch zwingend und zügig mit der wachsenden Nachfrage nach Begleitung, Betreuung, Pflege auseinandersetzen. Wer von uns kann denn noch sagen, dass sich unsere Kinder im Alter um uns kümmern werden? Wessen Kinder leben denn überhaupt noch im selben Ort? Wir alle wollen so lange wie möglich selbstbestimmt und nicht alleine bleiben. Aber wir werden ja immer älter, bleiben dabei aber nicht immer gesund und brauchen medizinisch-pflegerische Hilfe. Und wenn das doch für so viele unausweichlich ist, können wir nicht untätig warten, sondern müssen mehrgleisige Konzepte entwickeln, Rahmenbedingungen für die Pflege-Dienstleister schaffen… wir sollten als Gemeinde agieren statt später nur noch reagieren zu können. Das Leben in Oyten muss auch im Alter noch lebenswert sein.
    Handel und Industrie sind meine Domäne, da halte ich regelmäßigen Austausch - auch Ideenaustausch - für wichtig, denn in Handel und Industrie ändert sich durch die Technologisierung ja gefühlt ständig alles. Und wie bedrohlich der Fachkräftemangel und die Nachwuchssorgen im Handwerk sind, sollte mittlerweile jeder begriffen haben. Das Angebot und die Verfügbarkeit von Handwerk im Ort ist von essenzieller Bedeutung. Deswegen freue mich auch so sehr auf meinen Tag im Handwerk und den runden Tisch und hoffe da auf offene Gespräche und gute Anregungen.


Auch wenn man bei Frauen nicht so offen über das Alter spricht, weiß man, dass Du Mitte 40 bist. Du bist jung genug, um die Bedürfnisse der Jugend zu kennen (hast ja selbst 2 Kinder) und doch schon so alt, Dich für die Anliegen der „Alten“ zu interessieren. Wie und wo siehst Du Potenziale, dass Oyten für alle Generationen noch lebenswerter wird?

    Tja, dass Miteinander ist heute anders als noch vor 50 Jahren. Dazu schwirren mir sehr viele Gedanken im Kopf herum… ich muss aber gestehen: völlig unsortiert. Aber weißt du was, wäre das nicht ein tolles Thema für einen Ideenwettbewerb? Eine Plattform für solche Ideenwettbewerbe möchte ich unbedingt in Oyten haben. Das ist für mich Bürgerbeteiligung, das ist für mich direkt!


    Ich freue mich auf weitere Gespräch mit Dir und bin mir selbst ganz sicher, wo ich mein Kreuz bei der Wahl im Mai setzten werde! Richtig… bei Sandra Röse! Freuen Sie sich auf ein weiteres Gespräch in der nächsten Woche an dieser Stelle!

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