CDU-Bürgermeisterkandidatin in Oyten

23. Januar 2019

Der Applaus gebührt Sandra Röse.
Klares Votum der Oytener CDU Mitglieder: Sandra Röse tritt für die Christdemokraten im Mai bei der Bürgermeisterwahl an. Bei der Abstimmung setzte sie sich gegen ihre drei männlichen Mitbewerber durch.

Beinahe hätte die Entscheidung schon nach dem ersten Wahlgang festgestanden. Nur eine Stimme fehlte Sandra Röse bei der Bürgermeisterkandidatenwahl der Oytener CDU-Mitglieder am Dienstagabend im Gasthaus Zum Alten Krug, um schon in diesem die absolute Mehrheit zu erreichen. Eine klare Vorentscheidung war damit aber schon gefallen, zu deutlich hatte Röse mit den 22 erhaltenen Stimmen ihre männlichen Mitbewerber um das Kandidatenticket der CDU – Jens Blohme (12 Stimmen), Reinhard Lueßen (7) und Michael Endress (4) – auf die Plätze verwiesen. Und so brachte die Stichwahl auch nur noch wenig Überraschendes zu Tage: Röse siegte mit einer Zweidrittelmehrheit gegen Blohme und darf für die Christdemokraten am 26. Mai in Oyten bei der Bürgermeisterwahl antreten.

45 der 75 wahlberechtigten CDU-Mitglieder aus Oyten waren zu der Versammlung gekommen. Kai Grönke, der die Wahlleitung übernahm, sprach diesbezüglich von einem „guten Signal nach außen hin“. Zum Vergleich: Bei der Aufstellungskonferenz der SPD im Dezember, waren von den rund 90 Mitgliedern nur 36 gekommen. Bei der prozentualen Beteiligung dieser richtungsweisenden Entscheidung haben die Christdemokraten in Oyten also die Nase vorn. „Vielleicht schaffen wir das dann im Mai ja auch nochmal“, merkte Ortsvereinsvorsitzender Hermann Ehlers zu Beginn der Veranstaltung kämpferisch an. Betont haben wollte er in seiner Begrüßung außerdem, dass er sich sicher sei, dass jeder der vier Bewerber „eine gute Chance“ bei der Bürgermeisterwahl haben würde.

Zehn Minuten hatte jedes Mitglied des Quartetts sodann Zeit, sich und seine Ideen und Visionen für Oyten vorzustellen. Die Worte von Röse wussten bei der Mehrheit der anwesenden Mitglieder allem Anschein nach am besten zu gefallen. Sie begann ihrer Ausführungen mit einem Zitat von Margaret Thatcher. „Möchte jemand etwas erklärt bekommen, frage er einen Mann. Falls jemand etwas erledigt haben möchte, frage er eine Frau“, sagte sie angesichts der Situation, an diesem Abend gegen drei Männer antreten und sich vermutlich auch bei der Wahl im Mai ausnahmslos gegen männliche Kandidaten durchsetzen zu müssen.
„Es braucht eine Querdenkerin“

Nach Oyten ist die gebürtige Cloppenburgerin 2009 gezogen. Sie lebt mit ihrem Mann und den zwei Kindern im Ortsteil Sagehorn. Nur kurze Zeit nach dem Umzug wurde Röse in der Gemeinde politisch aktiv, seit 2011 sitzt sie für die CDU in der inzwischen zweiten Legislaturperiode im Oytener Rat. Die gelernte Industriekauffrau, die später auch noch berufsbegleitend BWL studierte, hat sich bereits vor einigen Jahren selbstständig gemacht. Sie bietet nach eigenen Angaben Beratung und kaufmännische Dienstleistungen für Unternehmen an.
„Mein Steckenpferd ist es, Dinge zu analysieren, zu optimieren und weiter zu entwickeln", sagte Röse. Fähigkeiten, die bei der Leitung einer Gemeindeverwaltung in jedem Fall von Nutzen seien. Es sei wichtig, dass Prozesse in der Verwaltung und der Politik schneller und transparenter für den Bürger werden. Diese Forderungen habe sie zumindest aus Gesprächen mit Oytenern mitgenommen. „Es braucht eine Querdenkerin“, findet Röse und würde diese Rolle gerne einnehmen.

Natürlich gehe es nicht darum, das Rad neu zu erfinden und im Gemeinderat habe sie auch als mögliche Bürgermeisterin weiter nur eine Stimme, aber die 47-Jährige zeigte sich überzeugt, wesentliche Impulse für eine positive Entwicklung der Gemeinde liefern zu können. Sei es etwa dadurch, dass für eine top motivierte Verwaltung zu sorgen, politische Mehrheiten zu schaffen oder Menschen allgemein für Politik zu begeistern. Die Digitalisierung, den demografischen Wandel sowie die Sicherstellung weiterer Einnahmen aus der wichtigen Gewerbesteuer nannte sie als thematische Schwerpunkte, denen sie sich als Gemeindeoberhaupt widmen würde.

„Ich habe das Ziel, die erste Bürgermeisterin Oytens zu werden“, schloss sie ihre Ausführungen. Diesem Vorhaben ist sie nun seit Dienstagabend schon einmal einen Schritt näher gekommen.

Ein Pressebericht im Achimer Kurier,
Marius Merle 23.01.2019

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